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Vortrag

Kobaltbasislegierungen für Hochtemperaturanwendungen

Wednesday (16.05.2018)
16:30 - 17:15 Uhr

16:30 - 17:15 Uhr

Kobaltbasislegierungen und Nickelbasislegierungen weisen viele Ähnlichkeiten in den Eigenschaften auf, da Schmelzpunkt und Dichte sehr ähnlich sind und Legierungen beider Werkstoffe eine kubisch flächenzentrierte Kristallstruktur besitzen. Allerdings können die Kriech- und Hochtemperaturfestigkeit von Kobaltbasislegierungen nicht durch die kohärent eingebettete, geordnete γ'-Ausscheidungsphase verbessert werden. Karbidhärtung, die als Alternative zum Einsatz kommt, ist weit weniger effektiv, weswegen γ'-gehärtete Nickelbasislegierungen oft erste Wahl für mechanisch beanspruchte Bauteile sind. Kobaltbasislegierungen werden eher für hitzebeständige aber gering mechanisch belastete Bauteile verwendet, wobei Vorteile in der Korrosionsbeständigkeit oder die weniger aufwändige Handhabung von Schmelzen der oft titan- und aluminiumfreien Kobaltbasislegierungen gegenüber Nickelbasislegierungen zum Tragen kommen.

Im ternären Co-Al-W-System ist die Ausscheidung einer bis fast 1000 °C stabilen γ'-Phase möglich. Diese neue Klasse von Kobaltbasislegierungen weißt interessante Eigenheiten in der Mikrostrukturentwicklung, den Verformungsmechanismen und dem Verhalten von zusätzlichen Legierungselementen auf. Anhand erster Entwicklungen komplexerer Legierungen wird gezeigt, wie spezifische Vorteile, wie beispielsweise ein großes Schmiedefenster bei gleichzeitig hohem γ'-Phasenanteil, ausgenutzt werden können.

Sprecher/Referent:
Prof. Dr. Florian Pyczak
Helmholtz-Zentrum Geesthacht